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Mailand im Frühling - Eine Stadt, ein Geburtstag, viele Eindrücke

  • Autorenbild: Michaela
    Michaela
  • vor 2 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

„A quarant’anni si viaggia con il cuore più aperto.“

(Mit vierzig reist man mit einem offeneren Herzen.)


Mit diesem Gedanken im Gepäck begann meine Kurzreise nach Mailand anlässlich meines 40. Geburtstages. Mailand - eine Stadt, die sich nicht aufdrängt, sondern mit jedem Schritt ein Stück ihrer Eleganz, Geschichte und Lebendigkeit preisgibt. Zwischen Frühlingstagen, die nach Neubeginn duften, und dem Gefühl eines persönlichen Meilensteins öffnete sich mir eine Metropole, die Tradition und Moderne so selbstverständlich verbindet wie kaum eine andere in Italien.


Mailand liegt im Herzen der norditalienischen Lombardei, eingebettet in die weite Poebene und nur wenige Kilometer von den Ausläufern der Alpen entfernt. Die Stadt bildet einen zentralen Knotenpunkt zwischen Süd- und Mitteleuropa, was man in ihrer Architektur, ihrem Tempo und ihrer internationalen Ausrichtung deutlich spürt. Durch ihre Lage zwischen Seen, Bergen und fruchtbaren Ebenen wirkt Mailand zugleich urban und überraschend nah an der Natur. Ein idealer Ausgangspunkt also für meine Entdeckungen.


Duomo di Milano

Vom Flughafen Malpensa nahm ich den Zug nach Milano Centrale. Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde und für mich die entspannendste Variante in die Innenstadt. Dein Ticket kannst du ganz bequem und direkt bei Trenitalia HIER kaufen.


Als ich den imposanten Bahnhof verließ, hatte mich die Stadt sofort in ihrem Bann: dieses typische Mailänder Gemisch aus Eleganz, Betriebsamkeit und einem Hauch Frühling in der Luft. Ohne Umwege überquerte ich den großen Bahnhofsvorplatz, ließ die Geräusche und Bewegungen der Stadt an mir vorbeiziehen und machte mich auf den kurzen Weg zu meinem Hotel Auriga, das nur wenige Schritte entfernt lag. Schon auf diesen ersten Metern spürte ich, dass Mailand mich in den kommenden Tagen begleiten, inspirieren und vielleicht sogar ein Stück verändern würde.


Ab nun hieß es: ein paar Tage lang diese faszinierende Stadt erkunden. Also verlor ich keine Zeit und machte mich direkt auf den Weg zum Castello Sforzesco, dessen mächtige Mauern im warmen Frühlingslicht beinahe golden schimmerten.


Das Castello Sforzesco wurde im 15. Jahrhundert errichtet und im Laufe der Zeit immer wieder erweitert, bis es zu jener mächtigen Festungsanlage heranwuchs, die heute das Stadtbild prägt. Ursprünglich diente es den Herzögen von Mailand als Residenz und Schutzbau, später wurde es zu einem kulturellen Zentrum umgestaltet. Für mich wirkte es wie ein Tor in die Geschichte der Stadt: monumental, lebendig und voller Geschichten, die zwischen seinen Mauern weiterklingen.



Hinweis: Der Eintritt zum Castello ist kostenfrei, das Castello-Museum kostet etwa 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Die Öffnungszeiten sind im Sommer von 7 bis 19 Uhr und im Winter von 7 bis 18 Uhr. Die Tickets für das Museum kannst du HIER erwerben.


Nach einem ersten Rundgang durch die weitläufigen Innenhöfe gönnte ich mir mein allererstes italienisches Gelato dieser Reise: cremig, süß und genau das, was man braucht, um endgültig im Mailand‑Modus anzukommen.


Gestärkt und voller Vorfreude führte mich mein nächster Halt zur Mailänder Scala. Und was soll ich sagen: Ich hatte Glück. Genau in dem Moment, als ich den Zuschauerraum betrat, fand eine Probe statt. Die Musik erfüllte den Raum, und ich blieb einen Moment stehen, hörte zu und nahm diese unerwartete Situation einfach auf. Es war ein sachtes, konzentriertes Arbeiten auf der Bühne, das den ganzen Saal prägte. In diesem Augenblick wurde mir klar, warum dieser Ort für viele das Herz der italienischen Oper ist.


Ein perfekter Auftakt für Mailand und falls du auch einmal die Mailänder Scala erleben möchtest, kannst du HIER dein Ticket erwerben.



Die Mailänder Scala entstand im späten 18. Jahrhundert und wurde nach nur wenigen Jahren Bauzeit als neues Opernhaus der Stadt eröffnet. Seitdem gilt sie als eine der bedeutendsten Bühnen der Welt, an der Musikgeschichte geschrieben und große Stimmen entdeckt wurden.


Nach diesem langen, eindrucksvollen ersten Tag ließ ich den Abend bei einem Glas Wein und einer typisch italienischen Pizza ausklingen.


Am nächsten Morgen begann dann mein 40. Geburtstag. Ein Tag, den ich mir sonnig und leicht vorgestellt hatte, der mich aber stattdessen mit grauem Himmel und beständigem Regen empfing. Doch das hielt mich nicht davon ab, mein Programm durchzuziehen: vom Fußballstadion mit der Tour durch die Welt des AC und Inter Mailand über den Cimitero Monumentale bis hin zur Santa Maria delle Grazie und dem Duomo, den ich an diesem Tag jedoch zunächst nur von außen bestaunte.


San Siro - Das Stadion von Inter und AC Mailand

Das San Siro‑Stadion wurde 1926 eröffnet und zählt heute zu den bekanntesten Fußballarenen Europas. Es wurde mehrfach erweitert, zuletzt für die WM 1990, wodurch seine markanten Türme und die rote Dachkonstruktion entstanden. Mit rund 75.000 Plätzen gehört es zu den größten Stadien Italiens. Du hast die Möglichkeit, eine Stadiontour machen, die Einblicke in die Kabinen, den Spielertunnel und das gemeinsame Museum von Inter und AC Mailand bietet. Für Fußballfans ist es ein Pflichtstopp und selbst bei Regen beeindruckte mich die schiere Größe und Geschichte dieses Ortes. Zu den Tickets.



Cimitero Monumentale

Der Cimitero Monumentale wurde 1866 eröffnet und ist weniger ein Friedhof als ein riesiges Freilichtmuseum. Berühmt ist er für seine monumentalen Grabmäler, Skulpturen und Mausoleen, die von klassisch bis modern reichen. Besonders auffällig ist das große Eingangstor, die „Famedio“, das wie ein Tempel wirkt und bedeutenden Mailändern gewidmet ist. Viele bekannte Persönlichkeiten aus Kunst, Politik und Wirtschaft sind hier begraben. Wenn du Architektur und Ruhe schätzt, findest du hier definitiv einen der eindrucksvollsten Orte Mailands. Ich selbst stand leider vor verschlossenen Toren und so reichte es nur für ein paar wenige Bilder. Der Eintritt ist übrigens kostenlos.



Santa Maria delle Grazie

Die Kirche Santa Maria delle Grazie wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist vor allem als Heimat von Leonardo da Vincis „Das letzte Abendmahl“ bekannt. Der Klosterkomplex verbindet gotische und Renaissance‑Elemente, wobei der runde Chor von Bramante besonders hervorsticht. Der Zugang zum „Cenacolo“ ist streng limitiert, weshalb Tickets oft Wochen im Voraus ausgebucht sind. Auch ohne das berühmte Gemälde lohnt sich ein Besuch, denn die Kirche selbst gehört zum UNESCO‑Welterbe. Für Reisende wie mich ist sie ein ruhiger, geschichtsträchtiger Zwischenstopp. Ideal, um kurz dem Trubel der Stadt zu entkommen.


Achtung: der Zutritt zur Kirche ist kostenlos; wenn du allerdings das Wandgemälde "Das letzte Abendmahl" (L’Ultima Cena) sehen möchtest, wird ein Eintrittspreis hierfür fällig. Kostenpunkt 15 Euro und buchbar über die offizielle Website. Da die Tickets schnell ausverkauft sind, lohnt eine geführte Tour, die das Gemälde mit einschließt.


Nach all den Eindrücken zwischen Fußballgeschichte, monumentaler Architektur und sakraler Kunst endete mein verregneter Geburtstag zwar etwas früher als geplant, aber dennoch zufriedenstellend.



Am dritten Tag zeigte sich Mailand dann wieder von seiner freundlicheren Seite; genau richtig, um endlich den Duomo di Milano nicht nur von außen zu bewundern, sondern auch das Innere dieses beeindruckenden Bauwerks zu erkunden. Der Eintritt in den Dom selbst ist kostenlos, während die Terrassen, egal, ob per Treppe oder Aufzug, kostenpflichtig sind und einen großartigen Blick über die Stadt bieten. Wichtig ist nur, auf angemessene Kleidung zu achten, denn Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Tickets bekommst du HIER.



Nach so viel gotischer Pracht durfte ein kleiner Abstecher in die ikonische Galleria Vittorio Emanuele II natürlich nicht fehlen. Die Mischung aus Luxus, Tradition und dem ständigen Treiben unter dem gläsernen Dach hat ihren ganz eigenen Reiz. Allerdings, und das ist nur meine persönliche Wahrnehmung, fühlte sich die Via Torino lebendiger und authentischer an. Dort lässt es sich wunderbar bummeln, stöbern und einfach ein bisschen Mailänder Alltag aufsaugen.



Nachdem ich also durch die Galleria geschlendert war und später noch die lebendige Via Torino erkundet hatte, wollte ich meinen Mailand‑Besuch noch mit drei sehr lohnenswerten Abstechern abrunden. Bevor mein Reisebericht endet, möchte ich euch deshalb noch weitere Orte vorstellen, die oft übersehen werden, aber definitiv einen Besuch wert sind.


Noch sehenswert:

Arco della Pace (Triumphbogen)

  • 25 Meter hoch

  • befindet sich auf der Piazza Sempione, direkt neben dem Simplonpark

  • der Triumphbogen brauchte einige Anläufe, bis er fertiggestellt wurde; unter Napoleon begann der Bau des Bogens bereits im Jahre 1806

  • der Triumpfbogen sollte als Eingangstor in die Stadt fungieren und für seinen Triumph über Italien stehen

  • nach Napoleons Tod stoppte der Bau und erst unter Kaiser Franz I. wurden diese wieder aufgenommen

  • im Jahre 1838 fertiggestellt

  • heute ist es ein Friedensbogen, der an den europäischen Frieden im Jahre 1815 erinnern soll


Arco della Pace

Basilica Sant’Ambrogio

  • zählt zu den ältesten Kirchen Mailands und geht auf das 4. Jahrhundert zurück

  • wurde jedoch im 11. und 12. Jahrhundert in ihrer heutigen romanischen Form neu errichtet

  • besonders markant sind der offene Vorhof und die zwei ungleichen Türme, die typisch für die lombardische Romanik sind

  • wer Mailand besucht, sollte hier unbedingt vorbeischauen, denn die Basilika bietet einen ruhigen, geschichtsträchtigen Kontrast zum sonst so geschäftigen Stadtzentrum



Piazza dei Mercanti

  • die Piazza dei Mercanti war im Mittelalter das wirtschaftliche Zentrum Mailands

  • entstanden im 13. Jahrhundert als Marktplatz zwischen Dom und Castello

  • umgeben von historischen Gebäuden wie dem Palazzo della Ragione vermittelt sie bis heute einen Eindruck davon, wie sich das städtische Leben damals abgespielt hat

  • angenehm ruhige, fast versteckte Atmosphäre abseits der großen Touristenströme


Meine persönlichen Tipps für dich:

  1. Wenn du Sonnenuntergängen an wunderschönen Plätzen dieser Welt sehen möchtest, solltest du unbedingt ins Navigli-Viertel. Am besten suchst du dir ein schönes Plätzchen in einem der vielen Restaurants oder in einer der vielen Bars am Wasser und siehst zu, wie die Sonne die Kanäle in wunderschönes Licht taucht.


  2. Eis- und Tiramisu probieren, Pizza und Pasta - in einer der zahlreichen Gelaterias & Restaurants. Buonissimo!!!



Restaurant-Tipp: Osteria Fara, Via Gustavo Fara, 25, 20124 Milano MI, Italien

Hotel-Tipp für die Nähe zum Bahnhof: Hotel Auriga, Via G. B. Pirelli 7, Bahnhof Milano Centrale, 20124 Mailand


Mailand hat mich überrascht, inspiriert und an manchen Stellen sogar herausgefordert – im besten Sinne. Wenn du die Stadt noch nicht kennst, wird es Zeit, sie auf deine eigene Art zu entdecken. Gern helfe ich dir bei deiner Planung. Melde dich entweder über das Kontaktformular auf meiner Seite oder bei Instagram oder TikTok.


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