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Prag im Winter erleben - Mein authentisches Wochenende in der Stadt der hundert Türme

  • Autorenbild: Michaela
    Michaela
  • vor 1 Tag
  • 7 Min. Lesezeit

Prag im Winter fühlt sich an, als würde die Stadt für einen Moment den Atem anhalten und genau in dieser Stille zeigt sie ihr wahres Gesicht.


So begann mein kleines Abenteuer, als ich mich in den sehr frühen Morgenstunden eines frostigen Freitags ins Auto setzte und für ein spontanes Winterwochenende Richtung Tschechien aufbrach.


Prag liegt im Herzen Europas, eingebettet in sanfte Hügel und durchzogen von der Moldau, die sich wie ein silbriges Band durch die Stadt schlängelt. Die tschechische Hauptstadt ist geografisch kompakt, gut erreichbar und wirkt im Winter fast märchenhaft mit ihren engen Gassen, den historischen Brücken und den Türmen, die sich wie dunkle Silhouetten gegen den kalten Himmel abzeichnen.


Blick auf Prager Burg

Nach der Ankunft in Prag fühlte sich alles sofort erstaunlich leicht an. Die Hotelmitarbeiter begrüßten mich mit einer Herzlichkeit, die man nach einer längeren Autofahrt besonders zu schätzen weiß, und ehe ich mich versah, war der Check‑in erledigt und das Zimmer bezogen. Ein duftendes, überraschend reichhaltiges Frühstück wartete bereits. Genau das Richtige, um wieder Energie zu tanken, den ersten Hunger zu stillen und gestärkt und voller Vorfreude ins Zentrum loszuziehen.


Das historische Zentrum lag nur einen kurzen Spaziergang entfernt, und schon auf den ersten Metern spürte ich dieses besondere Winterflair, das Prag selbst an einem einfachen Freitagmorgen in etwas Magisches verwandelte. Am Altstädter Ring, dem lebendigen Herzen der Stadt, fiel mein Blick sofort auf das Jan‑Hus‑Denkmal, das seit 1905 an den berühmten tschechischen Reformer erinnert.


Rundherum entfaltet sich ein Panorama aus Geschichte und Architektur: Rechts das Altstädter Rathaus, links die Teynekirche mit ihren ungleichen Türmen, die sich seit dem 14. Jahrhundert in den Himmel schrauben. Die schwarzen Spitzen mit ihren goldenen Akzenten (Adam und Eva genannt) prägen das Bild des Platzes bis heute. Wenn du möchtest, kannst du die Kirche und sogar ihre Türme gegen eine kleine Spende (etwa 1 Euro) besichtigen.



Direkt gegenüber zieht die Astronomische Uhr des Rathauses stündlich Scharen von Besuchern an, wenn die zwölf Apostel erscheinen und die Figuren rund um den Sensenmann zum Leben erwachen (zu jeder vollen Stunde zwischen 9 und 22 Uhr).


Astronomische Uhr

Von dort führt der Weg weiter zur Karlsbrücke, wo sich das pulsierende Prag zeigt. Händler, Künstler und Musiker beleben die alte Steinbrücke, die täglich von Tausenden überquert wird. Zwischen den 30 Heiligenfiguren lohnt ein kurzer Stopp bei Johannes von Nepomuk, denn der Legende nach bringt es Glück, seine Statue zu berühren. Besonders stimmungsvoll zeigt sich die Brücke am Abend, wenn sie im warmen Licht erstrahlt und die Moldau darunter ruhig vorbeizieht.



Hinter der Brücke beginnt der Aufstieg zur Prager Burg, die seit dem 9. Jahrhundert über der Stadt thront. Wo einst Herzöge, Könige und Kaiser regierten, befindet sich heute der Sitz des tschechischen Präsidenten. Das weitläufige Areal vereint zahlreiche Sehenswürdigkeiten auf engem Raum. Ein Höhepunkt ist der Veitsdom, das größte Kirchengebäude des Landes, dessen vorderer Teil auch ohne Ticket betreten werden kann. Hierbei handelt es sich um einen beeindruckenden Raum, dessen Bau fast fünf Jahrhunderte dauerte. Tickets für den Besuch der Prager Burg bekommst du HIER (Affiliate Link).


Schlendert man weiter durch das Burgviertel, gelangt man schließlich zum Goldenen Gässchen. In den kleinen, farbenfrohen Häusern lebten einst Burgwächter, Handwerker und für einige Jahre auch Franz Kafka im Haus Nummer 22. Mit Eintrittskarte lassen sich die Räume von innen erkunden, bevor man den Rundgang mit einem Blick über die Dächer Prags ausklingen lässt.



So endet ein Tag, der vom mittelalterlichen Zentrum über die berühmteste Brücke der Stadt bis hinauf zur Burg geführt hat; ein Tag voller Geschichte, Ausblicke und kleiner Momente, die Prag so unverwechselbar machen.



Nach diesem Tag voller Geschichte und jahrhundertealter Architektur wollte ich am nächsten Morgen eine ganz andere Seite der Stadt entdecken: das moderne Prag mit seinen breiten Boulevards, ikonischen Neubauten und dem pulsierenden Leben rund um den Wenzelsplatz.


Am zweiten Tag führte mich mein Weg daher in die Neustadt. Dorthin, wo Prag urbaner wirkt, lauter, schneller und dennoch seinen ganz eigenen Charme bewahrt. Zwischen dem geschäftigen Wenzelsplatz, dem imposanten Nationalmuseum (👉Tickets!) und dem verspielten Tanzenden Haus zeigte sich mir eine Stadt, die Tradition und Moderne mühelos miteinander verbindet.


Auf dem Wenzelsplatz, der eher einer langen Prachtstraße als einem klassischen Platz gleicht, fiel mein Blick sofort auf das große Wenzeldenkmal. Dahinter befindet sich das Mahnmal für Jan Palach, der sich 1969 aus Protest gegen den Einmarsch in die Tschechoslowakei auf diesem Platz selbst verbrannte. Der Wenzelsplatz war und ist ein zentraler Ort politischer Kundgebungen und besitzt für die Prager eine besondere Bedeutung.


Am oberen Ende des Boulevards erhebt sich das Nationalmuseum, das du für rund 14 € besichtigen kannst. Wenn du lieber shoppen möchtest, wirst du auf dem Wenzelsplatz ebenfalls fündig, denn zahlreiche bekannte Modemarken haben hier ihre Filialen.


Weiter südlich, direkt an der Moldau, steht das Tanzende Haus, auch „Ginger & Fred“ genannt. Es zählt zu den modernsten und auffälligsten Gebäuden der Stadt. Die geschwungenen Linien lassen es wirken, als seien zwei Tänzer mitten in einer Bewegung erstarrt. Der gläserne Turm lehnt sich elegant an den massiveren Steinteil, wodurch die charakteristische Silhouette entsteht. Trotz seines modernen Designs fügt sich das Gebäude überraschend harmonisch in die historische Umgebung ein und bietet von seiner Dachterrasse aus einen wunderbaren Blick über die Stadt.



Damit endete mein zweiter Tag in Prag, doch die Stadt hält natürlich noch viele weitere spannende Orte bereit. Falls dein Zeitplan es zulässt, könnten diese Sehenswürdigkeiten ebenfalls interessant für dich sein:


  1. Prager Metronom: Der Prager Metronom thront hoch über der Moldau im Letná‑Park und ist schon von weitem sichtbar. An der Stelle stand früher ein monumentales Stalin‑Denkmal; heute schlägt dort ein riesiger Metronomarm im langsamen Rhythmus und erinnert an den Wandel der Stadt. Der Platz bietet einen der schönsten Ausblicke über Prag und ist besonders bei Sonnenuntergang ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher.


  2. Kafka Museum: Das Kafka Museum in Prag widmet sich dem Leben und Werk des berühmten Schriftstellers Franz Kafka. Die Ausstellung kombiniert persönliche Briefe, Fotografien und Manuskripte mit modernen, teils surrealen Installationen, die Kafkas innere Welt und die Atmosphäre seiner Texte einfangen. Dunkle Räume, flüsternde Tonspuren und symbolische Objekte schaffen ein intensives, fast träumerisches Erlebnis, das Besucher tief in die Gedankenwelt des Autors eintauchen lässt 👉 HIER kannst du dein Eintrittsticket erwerben (Affiliate Link).


  3. St.-Nikolaus Kirche auf der Kleinseite: Die St.-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite ist eines der beeindruckendsten Barockbauwerke Prags. Ihre große grüne Kuppel und der elegante Turm prägen den Platz, während im Inneren prachtvolle Fresken und vergoldete Details den Raum erfüllen. Dank ihrer besonderen Akustik finden hier regelmäßig stimmungsvolle Orgel- und Klassikkonzerte statt. Tickets dafür kannst du HIER erwerben (Affiliate Link).


Noch ein persönlicher Tipp:

Etwas außerhalb von Prag liegt die Burg Karlštejn, ebenfalls auf einer Anhöhe ähnlich wie die Prager Burg und bietet einen wundervollen Rundum-Blick. Von Prag aus erreichst du sie mit dem Auto in etwa 50 Minuten. Auch mit dem ÖPNV ist die Anreise unkompliziert: Der schnellste Weg ab Prag Hauptbahnhof führt mit der S7 in Richtung Beroun. Die Fahrt dauert rund 40 Minuten und ein Einzelticket kostet etwa 3 Euro. Wenn du in Karlštejn am Bahnhof ankommst, führt dich ein kurzer Fußweg von etwa 15 Minuten hinauf zur Burg.


Die Burg Karlštejn wurde 1348 von Kaiser Karl IV. als repräsentativer Sitz und vor allem als sicherer Aufbewahrungsort für die böhmischen Kronjuwelen und Reichskleinodien erbaut. Sie zählt heute zu den meistbesuchten Burgen des Landes. Direkt nebenan befindet sich zudem ein kleines Wachsfigurenmuseum, das definitiv einen Besuch wert ist.



Nach einem letzten, ruhigen Frühstück im Hotel, stand für mich noch ein besonderer Programmpunkt an, bevor ich die Rückreise antreten würde. Mein Weg sollte mich nach Theresienstadt führen, ein Ort, der tief in der jungen deutschen und europäischen Geschichte verankert ist und den ich schon lange einmal besuchen wollte. Von Prag aus beträgt die Fahrzeit dorthin nur etwa 45 Minuten, gerade lang genug, um sich innerlich auf das einzustellen, was einen erwartet: einen Ort des Erinnerns, des Lernens und des bewussten Hinschauens.


Als ich in Theresienstadt ankam, legte sich sofort eine Schwere über mich, die schwer in Worte zu fassen ist. Die Kälte, die an diesem Morgen in die Kleidung kroch, schien sich mit der Atmosphäre des Ortes zu verweben, als würde die Geschichte selbst noch immer in der Luft hängen. Mein Guide führte mich mit einer bemerkenswerten Behutsamkeit durch die Anlage, erklärte ruhig, präzise und mit spürbarem Respekt, was hier geschehen war. Je weiter wir gingen, desto stiller wurde es in mir. Es war einer dieser Momente, in denen man nicht nur sieht, sondern fühlt, und in denen man begreift, wie wichtig es ist, sich zu erinnern.



Als ich Theresienstadt schließlich hinter mir ließ und mich wieder auf den Rückweg machte, blieb eine stille Nachdenklichkeit in mir zurück: eine Mischung aus Dankbarkeit, Demut und dem Bedürfnis, all die Eindrücke erst einmal zu sortieren. Die Fahrt zurück bot genau diesen Raum. Ein langsames Zurückgleiten in den Alltag, während die Bilder des Wochenendes noch nachwirkten.


So endete mein Winterwochenende in Prag anders, als es begonnen hatte: nicht nur mit schönen Erinnerungen an eine beeindruckende Stadt, sondern auch mit einem Moment des Innehaltens, der mich noch lange begleiten sollte.


Fazit: Dieses Wochenende in Prag war für mich mehr als nur ein kurzer Städtetrip. Es war eine Mischung aus winterlicher Leichtigkeit, kultureller Entdeckung und einem Moment des tiefen Innehaltens in Theresienstadt. Die Stadt hat mich mit ihrer Schönheit empfangen, die Geschichte hat mich bewegt und beides zusammen hat diese Reise zu einer Erfahrung gemacht, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.


Karlsbrücke
Karlsbrücke

Hotel-Tipp: Hotel Alwyn, jetzt: The Hotel Fitzgerald, Vitkova 26, Prag, 18600 (die Altstadt und das Stadtzentrum sind von hier zu Fuß erreichbar; Metro-/Bushaltestelle Florenc ist ca. 400 Meter vom Hotel entfernt).


Wenn du noch mehr Erlebnisse oder Tickets für Prag suchst, findest du bei meinem Affiliate‑Partner eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Touren und Aktivitäten. Schau gern einmal rein 👉 TICKETS FÜR PRAG.


Wenn dir mein Winterwochenende in Prag gefallen hat und du Lust auf weitere authentische Reiseberichte, praktische Tipps und persönliche Einblicke hast, dann begleite mich weiter auf meinen Reisen. Hinterlasse mir gern einen Kommentar, teile deine eigenen Erfahrungen oder stöbere direkt in meinen nächsten Reisezielen. Jede Reise erzählt ihre eigene Geschichte, und vielleicht inspiriert dich die nächste schon zu deinem eigenen kleinen Abenteuer.





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