Bali – eine Reise zwischen Stille, Tempeln und herzlichen Begegnungen
- Michaela

- vor 2 Tagen
- 8 Min. Lesezeit
„Bali doesn’t ask you to do anything – it simply invites you to be.“ (Unbekannt)
Noch während die letzten Erinnerungen an Singapurs Skyline nachklangen, öffnete Bali eine völlig andere Tür. Eine Tür zu Stille, Weite und einem Rhythmus, der langsamer schlägt. Schon beim ersten Schritt aus dem Flughafen spürte ich, wie die Insel mich einhüllte; nicht mit Lautstärke, sondern mit einer sanften, fast magischen Gelassenheit. Hier beginnt ein Kapitel, das nicht erzählt werden will, sondern erlebt. Ein Kapitel, das atmet.

Unsere ersten beiden Tage fühlten sich genau so an: wie ein sanftes Ankommen. Am ersten Morgen hieß es für uns erstmal: gut frühstücken, auftanken und die Nachbarschaft erkunden. Wir besorgten uns Getränke und ein paar Snacks für zwischendurch und ließen uns anschließend am Strand entlangtreiben: vom Karang Beach bis hinunter zur kleinen Schildkröten‑Aufpäppelstation am Sanur Beach, dem Sea Turtle Village. Ein ruhiger Spaziergang, der uns sofort in diesen balinesischen Flow brachte.
Der Hunger führte uns später über die Tamblingan‑Straße bis hinauf zur Icon Bali Mall, wo wir, ganz untypisch, aber herrlich unkompliziert, bei Pizza und Bruschetta landeten. Manchmal ist genau das, was man gerade braucht.
Als der frühe Abend anbrach, wartete ein ganz besonderes Highlight auf uns: die Ogoh‑Ogoh‑Parade. Diese Parade findet traditionell am Vorabend des balinesischen „Tages der Stille“ statt. Riesige, kunstvoll gestaltete Figuren – Ogoh Ogoh genannt – werden von den Dorfgemeinschaften durch die Straßen getragen. Sie stellen Dämonen, innere Schatten oder negative Energien dar, die symbolisch vertrieben werden sollen, bevor am nächsten Tag Nyepi beginnt. Trommeln, Gesänge, Räucherstäbchen, Farben, Feuer – alles verschmilzt zu einem kraftvollen Ritual, das gleichzeitig laut, wild und zutiefst spirituell ist.
Wir standen am Straßenrand, ließen uns von der Energie mitreißen und beobachteten, wie die Figuren im Takt der Musik schwankten, getragen von Dutzenden Händen. Ein Moment, der uns mitten hinein in die balinesische Kultur katapultierte: intensiv, lebendig und voller Bedeutung.
Es wurde viel später, als wir eigentlich geplant hatten, bis wir schließlich ins Bett fielen. Aber das machte nichts. Denn der nächste Tag sollte ohnehin in völliger Stille beginnen – ein Tag, der Bali von einer Seite zeigt, die man so nirgendwo sonst erlebt.
Der nächste Morgen begann so still, wie der Abend zuvor geendet hatte. Nach einem wunderbaren Frühstück entschieden wir uns, den Tag ganz bewusst langsam anzugehen – passend zu dem, was bevorstand. Spa‑Time stand auf dem Plan, und es fühlte sich an, als hätte Bali genau gewusst, was wir brauchten. Wir gönnten uns ein 2,5‑stündiges Ritual, das sich wie eine kleine Reise in der Reise anfühlte: eine wohltuende Massage, ein sanftes Körperpeeling und ein warmes Bad, begleitet von einem schönen Cocktail. Alles war ruhig, weich, entschleunigt – ein perfekter Auftakt für das, was Nyepi ausmacht.
Da man am „Tag der Stille“ ohnehin nicht hinaus darf, entschieden wir uns spontan für das Nyepi‑Buffet im Hotel. Eine gemütliche, unaufgeregte Art, den Abend einzuläuten, bevor die Insel vollständig zur Ruhe kommt.
Ab 18 Uhr hieß es dann auch für uns Hotelgäste: ab auf die Zimmer, Vorhänge zu, Licht aus oder nur ganz gedimmt. Die Straßen wurden dunkel, der Himmel klar, und eine besondere Art von Stille legte sich über alles. Nicht erzwungen, sondern getragen von Respekt und Tradition. Wir hielten uns selbstverständlich daran, denn genau das macht Nyepi so einzigartig: dieses gemeinsame Innehalten, dieses kollektive Zur‑Ruhe‑Kommen.
Den restlichen Abend verbrachten wir ganz entspannt, jeder mit einem guten Buch, während draußen die Insel in völliger Dunkelheit atmete. Kein Lärm, keine Lichter, keine Ablenkung. Nur wir, ein paar Seiten Papier und das Gefühl, Teil von etwas ganz Besonderem zu sein.
Nach zwei ruhigen Tagen sollte es dann aber auch für uns losgehen. Ein Tagesausflug nach Ubud stand an – jener Ort im Herzen Balis, der für viele das kulturelle Zentrum der Insel ist. Ubud liegt etwas nördlich der Küste, eingebettet zwischen Reisfeldern, Dschungel und kleinen Dörfern, und verbindet Kunst, Spiritualität und Natur auf eine Weise, die man kaum beschreiben kann, ohne sie erlebt zu haben.
Unser erster Stopp war der Ubud Street Market und der Art Market, zwei lebendige Märkte voller Farben, Düfte und Stimmen. Hier reihen sich Stände mit handgefertigten Körben, Batikstoffen, Schmuck, Holzschnitzereien und kleinen Kunstwerken aneinander. Es ist ein Ort, an dem man sofort spürt, wie tief Kunst und Handwerk in der balinesischen Kultur verwurzelt sind.
Gleich gegenüber liegt der Ubud Palace, der im 16. Jahrhundert erbaut wurde und bis heute als Residenz der königlichen Familie dient. Zwischen den verzierten Toren, den filigranen Steinmetzarbeiten und den ruhigen Innenhöfen bekommt man einen ersten Eindruck davon, wie reich die Geschichte dieses Ortes ist.
Weiter ging es zu den Tegallalang‑Reisterrassen, einem der bekanntesten Postkartenmotive Balis. Die Terrassen wurden über Generationen hinweg in die Hänge modelliert und zeigen eindrucksvoll, wie kunstvoll die balinesische Subak‑Bewässerung funktioniert – ein System, das seit dem 9. Jahrhundert existiert und sogar zum UNESCO‑Weltkulturerbe gehört. Das satte Grün, die geschwungenen Linien und die Stille zwischen den Palmen machten diesen Ort zu einem unserer Highlights.
Um die Mittagszeit wartete ein besonderes Erlebnis: eine Kaffee‑ und Teeverkostung bei Amertha Yoga. Dort probierten wir auch den berühmten Luwak‑Kaffee. Das Besondere daran ist seine ungewöhnliche Herstellung: Die Kaffeebohnen werden von Fleckenmusangs – sogenannten Luwaks – gefressen, im Verdauungstrakt fermentiert und anschließend wieder ausgeschieden, gereinigt und geröstet. Dieser Prozess soll den Geschmack besonders mild und aromatisch machen. Ein Kaffee, der definitiv eine Geschichte erzählt. Eine weitere Besonderheit von Amertha Yoga: der hauseigene Gewürz-, Frucht- und Pflanzengarten.
Der Nachmittag stand dann wieder ganz im Zeichen von Kultur und Geschichte. Unser Weg führte uns zu Goa Gajah, der „Elefantenhöhle“. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert und diente einst als spiritueller Rückzugsort für Mönche. Der Eingang, kunstvoll in einen Felsen gemeißelt, wirkt wie ein geöffnetes Maul – dahinter verbirgt sich eine kleine Höhle mit alten Schreinen und einer spürbar mystischen Atmosphäre.

Zum Abschluss besuchten wir die Tegenungan‑Wasserfälle, die südlich von Ubud liegen. Umgeben von dichtem Grün stürzt das Wasser kraftvoll in ein natürliches Becken – ein Ort, der gleichzeitig lebendig und beruhigend wirkt. Nach einem Tag voller Eindrücke war es der perfekte Abschluss: ein Moment, um durchzuatmen, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.
Nach zwei entspannten Tagen mit Schwimmen, Massagen und einem traditionellen Abendbuffet im Hotel fühlten wir uns bereit für das nächste Abenteuer. Diese Pausen hatten wir ganz bewusst eingeplant: kleine Inseln der Ruhe zwischen den Ausflügen, damit die Eindrücke nicht nur vorbeiziehen, sondern wirklich ankommen dürfen.
Am fünften Tag stand dann einer der bedeutendsten Ausflüge unserer Reise an: eine Tour zu einigen der spirituellsten Orte Balis.
Unser erster Halt war der Muttertempel Pura Besakih, der am Hang des mächtigen Mount Agung liegt. Er gilt als der wichtigste und älteste Tempelkomplex der Insel – ein heiliger Ort, dessen Ursprünge bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen. Mehr als 80 einzelne Tempel verteilen sich über mehrere Terrassen, verbunden durch steile Treppen und flankiert von kunstvollen Steinmetzarbeiten. Die Atmosphäre dort ist schwer zu beschreiben: ehrfürchtig, ruhig, getragen von einer tiefen Spiritualität, die man selbst als Besucher spürt.
Unser Highlight im Muttertempel: Wir hatten das große Glück, die Vorbereitungen für das bevorstehende Tempelfest mitzuerleben. Frauen formten in liebevoller Handarbeit kunstvolle Opfergaben, während die Männer draußen die hohen Bambusbögen errichteten. Überall sah man Menschen, die in stiller Andacht beteten. Diese Mischung aus Hingabe, Ritual und Gemeinschaft fühlte sich an wie pure Glückseligkeit.
Weiter ging es zum Tirta Gangga Wasserpalast, einer ehemaligen königlichen Anlage aus dem Jahr 1948. Der Palast wurde von Anak Agung Anglurah Ketut Karangasem erbaut und ist berühmt für seine Wasserbecken, Springbrunnen und die ikonischen Steinstufen, über die man scheinbar über das Wasser schreitet. Umgeben von tropischen Pflanzen und Koi‑Fischen wirkt dieser Ort wie eine kleine Oase – verspielt, friedlich und voller balinesischer Ästhetik.

Unser letzter Stopp war der Lempuyang‑Tempel, einer der ältesten und wichtigsten Tempel der Insel. Er liegt hoch oben am Berg und ist vor allem für sein berühmtes „Tor des Himmels“ (Gate of Heaven) bekannt – jenes ikonische Fotomotiv, das man überall auf Instagram sieht. Viele Besucher stellen sich dafür in lange Schlangen, um sich vom offiziellen Fotografen ablichten zu lassen. Aber hier kommt mein
🌟Geheimtipp: Auf der anderen Seite des Tempels gibt es einen weiteren Fotografen, bei dem niemand ansteht. Man ist dort meist sofort an der Reihe, zahlt nichts außer einer kleinen Spende und bekommt das gleiche magische Foto – nur ohne Wartezeit und ohne Trubel. Ein kleiner Moment, der sich viel echter anfühlt als das typische Influencer‑Gedränge. Wir haben es jedenfalls gemacht.
Nach einem Tag voller Kultur, Geschichte und atemberaubender Ausblicke machten wir uns schließlich wieder auf den Rückweg. Müde, erfüllt und dankbar für all die Eindrücke, die Bali uns an diesem Tag geschenkt hatte.
Nach den vielen Eindrücken der letzten Tage sollte der siebte Tag unser letzter großer Ausflug werden. Diesmal ging in den Südwesten Balis. Ein Tag voller Kontraste: vom Meerestempel über einen authentischen Markt bis hin zu weiten Reisterrassen und einem königlichen Tempel.
Unser erster Stopp war Tanah Lot, einer der bekanntesten Tempel der Insel. Er liegt auf einem Felsen direkt im Meer und ist nur bei Ebbe zu Fuß erreichbar (allerdings nur für Locals, nicht für Touristen). Der Tempel stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde zu Ehren des Meeresgottes Baruna erbaut. Wenn die Wellen gegen die Felsen schlagen und die Gischt aufsteigt, wirkt der Ort fast unwirklich – kraftvoll, mystisch und gleichzeitig friedlich. Auch wenn Tanah Lot oft gut besucht ist, verliert er nichts von seiner Magie.
Weiter ging es nach Tabanan, wo wir einen authentischen lokalen Markt besuchten. Hier gibt es keine touristischen Stände, keine Souvenirs - stattdessen frisches Gemüse, Gewürze, Blumen für Opfergaben, Fisch, Früchte und das echte Alltagsleben der Balinesen. Die Farben, die Gerüche, die Stimmen - alles fühlte sich unverfälscht und lebendig an. Ein Ort, der zeigt, wie sehr Bali von Gemeinschaft und Tradition getragen wird.
Unser Weg führte uns anschließend zu den Jatiluwih‑Reisterrassen, einem UNESCO‑Weltkulturerbe. Diese Terrassen gehören zu den größten und beeindruckendsten der Insel und zeigen das Subak‑System in seiner schönsten Form: ein jahrhundertealtes Bewässerungssystem, das auf Harmonie, Kooperation und Spiritualität basiert. Die Landschaft wirkt endlos, sanft geschwungen und so grün, dass man fast glaubt, die Farbe sei übertrieben. Ein Ort, an dem man automatisch langsamer wird.

Zum Abschluss besuchten wir den Pura Taman Ayun, einen königlichen Tempel aus dem 17. Jahrhundert. Er wurde von der Mengwi‑Dynastie erbaut und ist von einem breiten Wassergraben umgeben, der ihm den Charakter eines kleinen Palastes verleiht. Die mehrstöckigen Meru‑Türme ragen in den Himmel, und die gepflegten Gärten machen den Tempel zu einem der harmonischsten Orte der Insel. Ein ruhiger, würdevoller Abschluss eines ereignisreichen Tages. Ganz interessanter Side-Spot: ein überdachtes Haus mit einer Hahnenkampfarena. Unser Guide erzählte uns, dass es diese Art Kämpfe auf Bali tatsächlich noch gibt.
Mit all diesen Eindrücken im Gepäck machten wir uns schließlich auf den Rückweg: erfüllt, dankbar und ein bisschen wehmütig, weil wir wussten, dass dies unser letzter Ausflug gewesen war.
Die letzten beiden Tage auf Bali standen dann ganz im Zeichen von Entspannung, Entspannung, Entspannung. Wir ließen alles wieder bewusst langsamer werden – begleitet von wohltuenden Massagen, relaxten Stunden am Pool und Spaziergängen entlang der Strandpromenade von Sanur. Es fühlte sich an, als würde die Insel uns noch einmal sanft einhüllen, bevor wir uns verabschieden mussten.
Zum Abschluss gönnten wir uns ein Abendessen im FLOW, einem wunderschönen Lokal direkt am Strand. Mit den Füßen im Sand, dem Rauschen der Wellen im Hintergrund und einem warmen Licht über dem Meer war es der perfekte letzte Abend – ruhig, stimmungsvoll und voller kleiner Momente, die man gern festhält.
Am darauffolgenden Tag hieß es dann Abschied nehmen. Unser Flieger brachte uns zurück Richtung Heimat, während Bali langsam unter uns verschwand. Die Erlebnisse dieser Reise – die Landschaften, die Rituale, die Farben, die Stille und vor allem die Herzlichkeit der Menschen – werden uns noch lange begleiten.
Bali hat uns mit seiner Stille, seiner Spiritualität und der Herzlichkeit seiner Menschen tief berührt. Diese Reise war mehr als nur ein Urlaub – sie war ein Kapitel voller Farben, Rituale und Ruhe, das uns noch lange begleiten wird.
👉🏼✨ Wenn du Lust auf mehr Reiseinspiration hast, wirf gern einen Blick in meinen Singapur‑Reisebericht oder stöbere durch meinen Blog - vielleicht wartet dort schon die nächste Idee für dein eigenes Abenteuer.
Praktische Tipps für deine Bali‑Reise
✈️ Anreise & Transport: von Singapur aus in 2,5 Stunden mit KLM, andere Verbindungen sind natürlich auch möglich, Vergleiche HIER
🏨 Hotel: The Alantara Sanur
🍽️ Restaurants & Cafés: Smorgasbourg Café (Sanur, Tamblingan St), Pesisi Restaurant@TheAlantaraSanur und FLOW Restaurant am Mertasari Beach im
🌅 Ausflüge & Highlights: ich empfehle hier sehr gern unseren Guide Suri, den du direkt über seine eigene Website kontaktieren kannst. Die Eintritte für die Paläste und/oder Tempel kannst du HIER bekommen.
💡 Allgemeine Tipps & Hinweise:


















































































































































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